Bolivien: Oruro und Sucre

Nachdem die Grenzeformalitäten nach 2 Stunden erledigt sind, gehts weiter nach Oruro.

Aber bevor wir von der Grenze aus weiterfahren können, müssen wir erst mal tanken. Da direkt hinter der Grenze eine Tankstelle ist, also kein Problem. Bevor wir Benzin bekommen, müssen wir uns erst mal im bolivianschen Tankstellensystem registrieren lassen mit Nummer-Schild, Herkunftsland und Namen. Nachdem das geschafft ist, bekommen wir Benzin mit dem Touristen/Ausländeraufschlag. Als unsere Tanks gefüllt sind, bekommen wir eine Quittung ausgehändigt, -mit dem Vermerk  unserer Registrierung- mit den Worten: Dieser Beleg ist wichtig und wir müssen ihn für die nächsten Tankstopps aufbewahren. Ob schlau oder nicht, haben wir diese Quittung weggeworfen. Dass das ein Fehler war, haben wir dann beim nächsten Tankstopp festgestellt, da wir dort nach der Registrierung befragt wurden bzw. wir mit unserem Namen oder den Nummern-Schildern nicht im Tankstellensystem zu finden waren. Wir haben aber dennoch fast immer Benzin bekommen, manchmal zum Preis der Bolivianer oder mit einem Aufschlag nach Ermessen des Tankwarts!?

Die Straße nach Oruro ist sehr gut, es herrscht kaum Verkehr und führt durch traumhaft schöne Berglandschaften. Erstaunt bin ich über die vielen Evo Morales Hinweise und Plakate in den Dörfern oder sogar direkt auf die Straßen gemalt.   

Um in Ouro zu unserem Hotel zu kommen, leitet mich mein Navi mitten durch die Stadt. Durch einen Karnevalsumzug ist die Straße gesperrt und so schwitzen und warten wir eine halbe Stunde im Stau … Nach einigem Suchen finden wir dann ein Hotel mit Garage für unsere Motorräder. Dank Carlos`s netten Art nach einem Rabatt zu fragen, bekommen wir auch einen ordentlichen Preisnachlass.

Oruro liegt auf rund 3.800m über dem Meeresspiegel. Diese Höhe macht mir schon ordentlich zu schaffen und die kleinsten Ansprengungen bringen mich außer Atem. Auch bekomme ich in der ersten Nacht eine leichte Höhenkrankheit zu spüren. Aber schon am 2. Tag bzw. Nacht ist sie überstanden. Gott sei Dank …

Meine (ersten) Eindrücke zur Kultur bzw. dem Verhalten der Bolivianer möchte ich an dieser Stelle kommentieren. Im Straßenverkehr zeigen sie nach meinem Geschmack z. B. im Vergleich zu den Chilenen, ein ruhiges und defensives Verhalten. Im direkten Kontakt sind sie angenehm freundlich und zurückhaltend. Nur fotografieren lassen sie sich äußerst ungern bzw. lehnen ein Foto strikt ab. Wir erleben, dass die Bolivianer  sehr gerne feiern und die Karnevalszeit voll ausleben. Da scheint wohl ein Stück rheinischer Frohnatur in den Bolivianern zu stecken. Unsicherheit wegen Taschendieberei oder perönliche Bedrohung kann ich nicht empfinden, obwohl hiervor im Auswärtigem Amt oder in den Foren gewarnt wird … Was mir aber schwer fällt anzusehen, ist die riesige Spreizung zwischen Arm und Reich. Besonders ist dies in den Außenbezirken der Städte zu beobachten. Häufig sehe ich verwahrloste Straßenkinder und bettelnde alte Menschen. Von dem Regierungswechsel und den Protesten im November ist nichts mehr zu spüren.  

Nach 2 Tagen „Oruro“ führt unser Weg weiter nach Sucre, der quasi  Hauptstadt von Bolivien.

Sucre, die auch die weiße Stadt genannt wird, erlebe ich auch so. Fast mitten im Stadtkern haben wir unsere Unterkunft in einem feinem Hostel gefunden. Natürlich mit privatem Stellplatz für unsere Motorräder. Hier vergehen die 3 Tage Aufenthalt wie im Fluge. Wie in vielen bzw. allen Städten und Dörfern, findet ein reges Leben auf der Plaza, einem quardratischen Platz im Zentrum, statt. Uns treibt es jeden Abend hierher und können so Kleinkunst oder das allgemeine Treiben der Bolivianer miterleben. Auch der Wettergott meint es gut mit uns und schenkt uns 3 Sonnentage. Da Sucre auf rund 2800m Höhe liegt, habe ich auch deutlich weniger mit Atemnot zu kämpfen. Die Bilder geben sicher einen kleinen Eindruck von der Stadt wieder.

Noch eine Anmerkung zu den Bilder und meiner Sichtweise. Ich lenke meinen Blick und meine Wahrnehmung eher auf die schönen Dinge eines Landes und nicht auf die Schattenseiten, da sie sonst wahrscheinlich meine Reisefreude stark dämpfen würden …

Ein kleiner Eindruck vom allabendlichen Leben auf der Plaza in Sucre per Videoclip.

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