Nach Santiago und Valparaiso, Reifen wechseln

Im Vorfeld hatte ich einen kleinen Service und Reifenwechsel in Valpo oder Santiago eingeplant. Um nicht hier lange nach Reifen suchen zu müssen, hatte ich bei der Verschiffung des Motorrades nach Chile einen Satz Reifen mit aufs Motorrad geschnallt. In einigen M-Foren hatte ich gelesen, dass die Heidenau hier in SA fast doppelt so teuer sind und die Gummimischung eine andere ist, die lange nicht die Laufleistung bringen als die aus Europa. Um die Reifen nicht die ganze Zeit mit herum schleppen zu müssen, hab ich sie in der Villa Kunterbunt in Valpo abgegeben.

Aber der Reihe nach.  Um von Argentinien rüber nach Chile zu kommen, bietet sich der Paso de Uspallata an. Mit 3.300m Höhe ist der Pass ganz gut zu bewältigen. Da dieser Pass aber die Hauptverbindung zwischen Santiago auf der einen Seite und Mendoza auf der anderen Seite ist, ist auf dieser Strecke sehr viel LKW Verkehr, der die Strecke nicht einfach macht. Auch der Zoll auf der chilenischen Seite war dieses Mal recht penibel. Ich wurde komplett gefilzt, sogar meine Toilettentasche musste ich öffnen, Mann, hat mich das genervt. Aber nach einer halben Stunde war alles durchgesehen. Im Tankrucksack hatte ich noch einen Apfel, den ich eigentlich unterwegs essen wollte, aber nicht dazu gekommen war. Da ich in der Zolldeklaration angegeben hatte, dass ich keinerlei Obst oder Ungekochtes bei mir habe, musste ich sogar die Zolldeklaration neu schreiben und angeben, dass ich Obst dabei habe, um es dann  beschlagnahmen zu lassen, grrr!!  Aber Ordnung muss sein, so der Chilene. Nach dem Pass gehts dann steil runter nach Santiago. Sehenswert sind die Serpentinen mit 19 Haarnadelkurven, siehe Foto.

Im Nov. sollte ja eigentlich der Start von dem Hostel Casa Matte in Santiago beginnen. Aber leider hatte es da nicht geklappt. Also 2. Versuch und der hat bestens funktioniert. Christian, der Owner des Hostels, empfängt mich bereits am Tor und alles wird gut.

Die Casa Matte ist eine absolut zu empfehlende Unterkunft für Biker, die durch  Santiago kommen. Nicht nur dass sich hier die Biker aus aller Welt treffen und so eine Informationsdrehscheibe entsteht, sondern Christian hat eine sehr gut ausgestattete Werkstatt im Hostel und kann jede Menge Tipps geben, wo was an Ersatzteilen … zu bekommen ist. Er selbst ist auch begeisterter Motorradfahrer und es macht Spaß, ihm zuzuhören. Während meines Aufenthaltes in der Casa Matte waren wohl 15 Biker da und die Abende sind lang geworden.

Da Valpo nur 120km von Santiago entfernt liegt und per Autobahn verbunden ist, konnte ich die Reifen aus der Villa Kunterbunt in einer kleinen Tagestour abholen und auch gleich in einer Werkstatt in Santiago aufziehen lassen. Außer Reifenwechsel und der Reinigung des Luftfilters hatte meine Maschine keinen weiteren Servicebedarf. Nach einer Wäsche sah Betty wieder tippi toppi aus. Hoffentlich bleibt es so für die nächsten 10.000km. Öl verbraucht der Motor bisher auch keins.

An Geschichten von den jeweiligen Travellern gäbe es einiges zu erzählen, aber das würde hier meinen Rahmen sprengen. Nur 2 möchte ich hier kurz erwähnen.

Ein französisches Pärchen hatte sich in Kolumbien 2 neue Royal Enfield (500ccm Bullet) gekauft. Sie, Angelie hatte direkt vor Reiseantritt in Frankreich einen Motorradführerschein gemacht und tourt jetzt mit ihrem Freund durch ganz SA. Learning by doing. Ganz schön taff die Lady. Bolivien, Peru Ecuador … wurde alles unter die Räder genommen. Dann Stefan aus dem Badischen, der seit 2016 unterwegs ist und im Mai wahrscheinlich seine Reise beenden wird. Mit seiner KTM 1190 als Reisemaschine hatte er viel zu erzählen und hat wohl nur wenige Herausforderungen auf seiner Reise ausgelassen.

Nach 3 herrlich abwechslungsreichen Tagen wird es Zeit, wieder aufzubrechen Richtung Norden.

Christian, nochmals vielen Dank für die schöne Zeit in Deinem Hostel sagt „the old crazy german“.

 

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