Silvester und was sonst noch so war (Ruta 40)

Von Puerto Varas gehts erst mal auf der chilenischen Seite weiter über kleine Straßen und Schotterpisten Richtung Norden.  Mein Plan ist es, über den Pass Icalma wieder rüber nach Argentinien zu fahren. Der Grenzübergang nach Argentinien ist recht klein und nur bis 17:00 geöffnet. Die Strecke war heute mal wieder super und hatte nur knappe 60km Schotterpiste. An Schotterpisten habe ich mich schon gewöhnt und sie machen mir keinen Stress mehr.

Gegen 16:00 komme ich oben auf dem Pass an. Die Zollabfertigung ist auf beiden Seiten schnell erledigt, da ich der Einzige bin, der um diese Zeit hier rüber will. Nur die Tageshitze mit 35°C macht mir zu schaffen und ich bin platt und total durchgeschwitzt.

Für heute habe ich direkt hinter der Grenze in Villa Pehuenia eine Übernachtung im Hostel per booking gebucht. Das Hostel hat sehr gute Bewertungen und so fühlt es sich auch an. Ein sehr großer Gemeinschaftsraum mit Küche und gemütlichen Sitzmöglichkeiten. Sogar ein Poolbilliard-Tisch steht zur Verfügung und kann kostenlos genutzt werden. Im Hostel sind etliche Gäste, die hier über Silvester bleiben wollen. Kurzerhand entschließe ich mich für weitere Nächte hier zu bleiben und die Freizeitmöglichkeiten im Nationalpark zu nutzen.

Im Gegensatz zum vorherigen Hostel in Futrono, bin ich froh hier zu sein. Beim Hostel in Futrono hatte ich zu Anfang das Gefühl, dass ich ein Erdbeben erlebe, da das ganze Haus plötzlich anfing zu beben. Na, das kann ja heiter werden denke ich. Später habe ich dann heraus bekommen, dass das Haus sehr baufällig ist und die Holzpfeiler z. T. weggefault sind und dass wenn jemand die Treppe hinauf geht, das ganze Haus in Bewegung gerät. Die Übernachtung mit Frühstück kostete auch nur 10$ … ;).

Silvester, fernab der Heimat und nicht mit Freunden feiern, wie sich das wohl dieses Jahr anfühlt? Tja, da heißt es offen zu sein und schauen, wie der Tag wohl verlaufen wird. In diesem Hostel ist eine bunte Mischung aus Familien, Paaren und auch Einzelreisende wie ich. Der Hostelbesitzer hatte zwar im Vorfeld angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte, an einem gemeinsamen Abendessen und an der Silversterfeier teilzunehmen, aber irgendwie war ich unentschlossen. Wie es dann so läuft, plötzlich war ich mitten drin in der Feier und ich muss schon sagen, die Argentinier waren sehr sehr herzlich und offen und es war ein toller Abend. Die Kommunikation lief mit mir auf English, da Einige recht gut English sprechen konnten und mich so immer wieder mit einbezogen haben. An diesem Silvesterabend habe ich mich sehr wohl gefühlt und mit Dankbarkeit und Respekt die Gastfreundschaft der Argentinier genossen.

Nach 4 Tagen bin ich dann doch etwas wehmütig aufgebrochen, um weiter Richtung Norden zu fahren. Viele der herzlichen Gäste sind ebenfalls abgereist, so dass die Gesellschaft nicht mehr die Gleiche war.

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